Shadowrun Hannover

Die Online Erweiterung von Patrick Kurrat

Schlagwort-Archiv: Mitte

Novapuls vom 20.10.2079

Do you want to know more? >>> Full Download

Advertisements

Juwelier Mandalay ausgebrannt

PNN Logo>>>Pirate News Network Login
>>>User: SRH 
>>>PW: ****************************************
>>>Access granted. Searching Archives. Welcome SRH

Und hier sind wir wieder mit einem kleinen Newsflash. Wie sicherlich jeder mehrfach mitbekommen hat, sind in der ADL zufällig und wahrscheinlich ohne irgendwelche konkreten Zusammenhänge Locations der Russen explodiert, ausgebrannt oder magisch vernichtet worden. Das eine Mal war es irgendein alienartiger Laserstrahl, das andere Mal war es offenbar ein Streit unter Syndikaten. Beim dritten Mal eine magische Eruption in irgendeiner Art. Soweit die dünne Faktenlage. 

srzitat Und weder Enigma, noch irgendjemand anderes konnte mir bisher irgendetwas brauchbares an Informationen beschaffen. Ich bin gespannt wie das hier in Hannover weitergeht. 
srzitat Justizopfer

Jetzt, einige Tage später, ist auch in Hannover etwas passiert, was in den allermeisten Fällen unter dem Radar der Otto-Normal-Bevölkerung durchrutschen würde. Ich meine: Wen interessiert schon das irgendwo in der Südstadt ein Juwelier ausgebrannt ist, right? Genau. Erstmal nämlich gar keinen. Der Juwelier Mandalay existiert seit 72 Jahren und ist damit als Traditionsunternehmen schon fast eine Berühmtheit. Ich meine. Wer schafft es heutzutage noch über 70 Jahre lang im Business zu bleiben, wenn die Konzerne mit irgendwelchem Billigproduzierten und über Verkaufsketten an den Mann gebrachten Tinnef den Markt kaputt machen. Richtige Anwort: keiner. Ausnahme: Du stehst irgendwie unter Schutz. 

srzitat Oder man ist halt einfach sehr gut. Wenn die oberen 10.000 in deinem Laden kaufen oder leihen, dann ist das völlig egal, wie schlecht oder billig der Konkurrent ist.
srzitat Strass

Und genau da kommt dann wieder der Russe ins Spiel. Wie es in diesem Biz üblich ist, kennt jeder von euch Scheinfirmen oder hat schonmal in irgendeiner Form mit solchen zu tun gehabt, oder sie sogar selbst eingerichtet. Mandalay war eine davon. Der Juwelier diente nur als Front für großangelegte Geldgeschäfte der Vory. Recherchen der Redaktion zu Folge haben etliche hohe Tiere der Organizatsya hier schon „eingekauft“. Sowohl der Tsar als auch praktisch sämtliche Lideri waren hier regelmäßig zu Gast. 

srzitat Was an sich noch kein Beweis wäre für irgendwas. Allerdings weiß ich von einem durch einen Mafia-affiliierten Schmidt in Auftrag gegebenen Run gegen Mandalay. Ziel war es meines Wissens nach die Kundendaten des Juweliers zu akquirieren. Was damit angestellt wurde weiß ich allerdings nicht.
srzitat ghoti

srzitat Auch wenn ich normalerweise vermeide irgendwelche Verschwörungstheorien zu nähren, aber das klingt als wäre jemand an einer Bestätigung interessiert, ob die Vory wirklich so oft da einkaufen gehen wie man vermutet.
srzitat Justizopfer

Zumindest bis jetzt. Das Ladenlokal ist leider unter noch ungeklärten Umständen abgebrannt. Immerhin waren die Desperados diesmal nicht vor Ort, sonst hätte man ja auch gleich zugeben können, das man Russenlocations in der ADL als Ziel auswählt. Die Frage die sich jetzt mir stellt ist: Welche Untergrundorganisation hat genug Ressourcen um in Berlin, Dortmund und Hannover die Vory anzugehen? Auf den ersten Blick erstmal keine. Capo Olivieri hat dafür nicht genug Eier in der Hose um in Hannover den ersten Stein auf die Vory zu werfen. Wenn das Feuer erstmal ausbricht, dann haben wir einen Syndikatskrieg am Hacken, den sich hier keiner wünscht. Dann müssen nämlich sämtliche Polizeibehörden, staatlich wie privat, zusammenarbeiten um Ordnung in die Hauptstadt zu bringen. Und ich fürchte dann ist denen auch egal auf wen sie draufprügeln. Soldati, Shadowrunner oder Piratennetzwerkcrews. Deshalb sollte man im Auge behalten für wen man die Tage arbeitet. Falls es offensichtliche Angriffe auf Syndikatsobjekte sind, dann kann man sich ja mal überlegen einfach abzulehnen. Do your research, manchmal sind die Zugehörigkeiten nicht ganz offensichtlich.  

srzitat Bin das nur ich, oder sind die aus der „Redaktion“ alles Russenfreunde? Irgendwie klingt das so, als wären die angepisst wegen des abgefackelten Ladens.
srzitat Roter Friese

Street Rush ’79 auf dem Schützenplatz

Vom 22. bis 30.07. ist es soweit. Das Street Rush Treffen auf dem Schützenplatz findet wieder statt. Kaum ist das diese Woche noch laufende Schützenfest vorbei, wird sich auch schon auf die nächste Großveranstaltung vorbereitet. Nachdem die Nubola-Krise überstanden ist, kann sich Hannover endlich wieder auf seine Vorteile als Veranstaltungsort besinnen. Das Bikertreffen wird wie in jedem Jahr von Robert Breitfeld als Hauptorganisator ausgerichtet. Breitfeld ist in den letzten Jahren als Präsident des Hannoveraner Chapters der Desperados bekannt geworden. Obgleich dem Motorradclub regelmäßig Verbindungen zum organisierten Verbrechen nachgesagt werden, gibt es wenige konkrete Beweise dafür. Breitfeld ist zudem ein charismatischer Mann, der sich mit einigen der Top Lobbyisten in Hannover gut gestellt hat. Das macht es ihm natürlich deutlich leichter seine Desperados aus dubiosen Machenschaften rauszuhalten. Damit hat das Treffen zwar auch immer den Hauch des Anrüchigen, zieht aber durch diese Mischung immer noch mehr Leute an.

…und zwar auch die windigen. Je größer das mittlerweile eher an ein Festival erinnernde Bikertreffen, desto einfacher wird es für die Desperados ihre Drogendeals und Waffengeschäfte abzuwickeln.
Graf Zahl

Darf man den Zahlen der letzten Jahre glauben, ist die Veranstaltung stetig gewachsen, sodass es mittlerweile Biker aus ganz Europa anreisen um hier eine Woche sich und ihre Maschinen zu feiern. Als musikalischer Headliner wird die umstrittene Band „En Tous Rage“ für Stimmung sorgen. Nachdem es zuletzt ruhig um die Quebecer Rocker geworden ist, starten sie mit dem Street Rush in ihre neuen ADL-Tournee und hoffen an die Erfolge der letzten Jahre anknüpfen zu können ohne die Skandale mitzunehmen. Aber machen wir uns nichts vor: Ohne Skandale redet auch keiner mehr über En Tous Rage. Sie können also nur davon profitieren. Weitere Gruppen die sich angekündigt haben sind die Trog Rocker der „Cannibal Orks“, sowie die „Steel Pipers“ mit ihrer erfrischenden Mischung aus verschiedenen Blasinstrumenten und Metalklängen. Nach den Ausschreitungen im letzten Jahr nach Beschwerden der Anwohner auf Grund des Lärmpegels nach 22 Uhr hat Protec versprochen dieses Jahr auf die Einhaltung der Ruhezeiten zu achten

Wie gut das mit den chronisch unterbezahlten Leuten von Protec klappen wird sei mal dahin gestellt. Gute Extraktionsmöglichkeiten zu diesen Zeiten. Und zwar nicht auf dem Street Rush. Es ist nur einfach groß genug, das es eine Menge Personal bindet und somit andere Ecken von Hannover mehr oder weniger unbewacht sind.
Justizopfer

Das Street Rush selbst lockt die Besucher neben der musikalischen Unterhaltung noch mit chromglänzenden Motorrädern in unterschiedlichen Stadien der Modifizierung. Täglich finden hier Wettbewerbe statt, in denen die Besitzer ihre Maschinen ausstellen und Preise gewinnen können. Darunter unter anderem „Beste Streetfigter-Modifikation“, „Most Chrome“ und „Lauteste Maschine“. Gerüchten zu Folge soll sich sogar die Hannoveraner Tuning-Szene unter dem Banner des „Tuning Clubs Hannover e.V.“ angekündigt haben. Der sonst auf das Tunen von Autos spezialisiert Club hat einen Knall angekündigt, der die Hardcorefans „aus den Socken hauen wird“. Wir sind gespannt was da wohl kommt. 

Am vorletzten Tag, den 29.07. findet unter dem Banner „Unite against“ die Abschlußfeier statt, wobei der Veranstalter offen läßt gegen was sich vereint werden soll. Wir sind gespannt was uns in dieser Woche alles erwartet. Schauen sie rein.

 

 

 

 

 

Toni Campobello

Wer in Hannover Geld waschen will, der ist gut beraten, wenn er sich an Toni wendet. Der Mann hat seine Finger in allen möglichen windigen Geschäften, hat zig Konten in der Schweiz und in Übersee für die Geldtransfers. Diverse Schattenkonten bei namhaften Untergrundbanken zählen ebenfalls zu seinem Portfolio.

In der Regel läßt er Geld durch etliche Kanäle durchlaufen und je nach Menge dauert das Ganze zwischen wenigen Stunden, bis zu mehreren Wochen. Dazu kauft er auch mal für mehrere Millionen tschechischen Brandy, nur um ihn mit etwas Gewinn und mit sauberem Geld wieder offiziell zu verkaufen. Diverse Scheinfirmen dienen hier als Mittel zum Zweck. Sogar eine Reinigungsfirma ist darunter, um dem Ganzen auch mal einen ironischen Unterton zu verpassen. Mit diesen Vorgängen hat er sich in den letzten Jahren in Hannover einer Ruf aufgebaut. Man kennt ihn, man respektiert ihn. Durch seine massigen Kontakte und Gefälligkeiten die sich im Laufe der Zeit angesammelt haben hat er ausserdem eine lukrative Nebentätigkeit als Auftragsschieber aufgenommen. Das bedeutet unter anderem auch, das er sich bei diversen Lobbygruppen eingekauft hat und für sie Geld wäscht und Jobs verschachert. Chancen sind gut, das ihr in Hannover seine Wege kreuzt, wenn es Lobbyarbeit zu tun gilt. Vorallem, wenn es sich noch im Finanzbereich bewegt.

 Und das in Kreisen, da kommt man ins Schlingern, wenn man es nicht gewohnt ist.
 Strass

Da kommt aber eigentlich auch der Kasus Knacktus ins Spiel. Der Ruf ist nicht ausschließlich auf seinen Geldwäscher-Fähigkeiten und Schieberqualitäten begründet. Ihm wird nachgesagt, das er mit der Mafia gemeinsame Sachen macht. Das ist inhaltlich grundsätzlich richtig, aber er ist nicht Teil der Familie. Nichtsdestotrotz hält Olivieri große Stücke auf ihn und etliche seine Aufträge bestehen darin, Geld der Mafia zu waschen. Also sollte euch klar sein, dass, wenn ihr für Toni arbeitet, ihr euch eventuell in die Geschicke der Mafia einmischt. Sei es im positiven oder im negativen. Davon ab, ist er aber ein angenehmer Arbeitspartner, der pünktlich zahlt und es sich bei seinem Ruf nicht (oder nur sehr selten und dann gut versteckt) erlauben kann die Runner zu bescheißen. Er sitzt im Zooviertel und hat eine luxuriöse Wohnung (als wenn es da irgendwas anderes geben würde) direkt über seiner Wirtschaftsberatungsfirma und gehört dementsprechend zu den Top-Jungs in Hannover.

Aber ganz ehrlich. Wen ein Geldwäscher keine Kohle hat, würdet ihr ihm dann vertrauen?

[L] Testimonii loco magica

Kommen wir zu einem Thema, das hier normalerweise etwas kürzer kommt, alleine, weil sich Matrixjockeys nicht so mit der Materie auskennen. Magie!  Ich versuche mal zu erläutern, was ich von Magie verstehe und wie sich mir das Ganze darstellt.

Magie kann vieles. Ich hab gesehen, was ein einzelner Bühnenmagier für eine geniale Show abliefern kann, wenn er ein Theaterstück begleitet. Ich habe gesehen, wie eine Gruppe von Magiern ein Feuerinferno heraufbeschworen hat, bei dem in einem Umkreis von einem halben Kilometer nichts mehr stand und ich habe gesehen, wie eine einzelne Frau eine wütender Rinderherde wieder beruhigt hat und so die Stampede aus vollem Gallopp zum Stehen gebracht hat. Magie kann Gedanken beeinflussen. Was aber macht der gemeine Schamane, oder Hermetiker, denn in seiner Freizeit? Sitzen alle Magier über einem Haufen Bücher und versucht die Welt zu verstehen, damit sie sie noch weiter beeinflussen können? Sind alle Schamanen Öko-Fredis, die mit Elfen zusammen nackt um ein Lagerfeuer springen und die Bäume bekuscheln, damit sie mit ihnen „Kontakt“ aufnehmen? Ich glaube eher weniger. Die Menschen, die ich kennengelernt habe, sind stolz auf das was sie sind, einige haben Angst vor ihrer Gabe und wieder einige werden sogar aktiv verfolgt für das was sie können.

Wie schon erwähnt, gibt es hier in der Stadt einige Plätze, an denen Erwachte gerne gesehen sind, zwei davon sogar im schattigen Gewerbe. Trotzdem ist diese Subkultur nicht nur dort anzutreffen. Die Universität hat mit diversen Verbindungen und Arbeitskreisen längst eine Umgebung geschaffen, in der sich selbst Nicht-Studenten wohlfühlen. Erwachsene und vollwertige Magier, können in diesem Fall Altvordere in den Verbindungen, oder Berater in den Arbeitskreisen sein, von denen die Jungen profitieren. Zusätzlich arbeiten die Hochschulen eng mit den umliegenden Fördergruppen sowie den Hochschulen der näheren Umgebung zusammen, wie zum Beispiel der Uni Göttingen, bekanntlich unter der Fuchtel der Dr. Faustus Gesellschaft.

Treffpunkt hierfür ist am Welfengarten eine alte Turnhalle, die zu einem magischen Testlabor umgebaut wurde. Hier findet sich alle, was dass Entwickler, bzw. Studentenherz begehrt. Eine thaumaturgische Werkstatt mit allen wichtigen Materialien, die für die Grundlagen der Magiewirkung benötigt werden. Zugriff darauf hat prinzipiell jeder, der über einen gültigen Studentenausweis verfügt, oder eine entsprechende Einladung durch eine Arbeitsgemeinschaft vorweisen kann. Die Technische Informationsbibliothek (TIB) befindet sich in direkter Spuckreichweite im Gebäude Welfengarten 1B und hat eine erstklassig eingerichtete magische Bibliothek, bei der selbst ein Nicht-Erwachter noch so einiges lernen kann, was er für das Leben und die Schatten so braucht. Zugang ist auch hier relativ einfach, denn ein gültiger Studentenausweis reicht in der Regel aus. 

Was mir ein wenig abhanden geht, weil ich es bisher nur über eine SimSinn Umgebung erfahren habe, ist der Astralraum. Soweit ich weiß, kann man dort nicht lesen. Alles ist schön bunt und die Gefühle der Welt springen dich an und tanzen mit dir Samba, wenn du nicht weißt, wie man es am besten kontrolliert. Nun stelle ich mir vor, das jederzeit um uns herum projizierte Magier rumdüsen, die sich mit Geistern und anderen Magiern unterhalten und diejenigen auslachen, die einfach nur dumm in der realen Welt rumstehen. In etwa so, wie sich Menschen vor Hackern fürchten, weil sie glauben, das sie immer und jederzeit in alle Geräte eindringen könnten, kann man sich auch vor Magiern fürchten, da sie immer und überall da sind. Und nicht nur über die Kameras dein Sexleben filmen, sondern auch noch deine Gefühle lesen können und sich darüber lustig machen, weil sie gerade sehen, das seine Liebste dir ihren Orgasmus vorspielt und sie dich nur vögelt, damit du ihr das versprochen Diamantcollier auch wirklich kaufst. 

Jedes tumbe Schäfchen (die diese Zeilen zum Glück normalerweise nicht zu lesen bekommen) dürfte jetzt im Dreieck springen mit „ICH HABS GLEICH GEWUSST!“ und kreischend die Welt verfluchen, weil sie so böse ist. Realistisch gesehen, kann ich sagen. Genausowenig, wie ein Hacker seine Zeit damit vertrödelt, jedes x-beliebige Kommlink zu hacken, damit sich Max Musterbürger wichtig fühlt, werden Magier mit Sicherheit nicht durch Wohnungen turnen und hoffen, das sie mal ein Pärchen beim Geschlechtsakt vorfinden werden. Mal davon ab, das es wesentlich weniger Magier als Scriptkiddies gibt, wenn man den Statistiken trauen darf (was ich nur bedingt tue). Wo also treffen sich die Magier astral, wenn sie mal schäkern wollen, oder sich einfach nur verabreden um nach Timbuktu zu reisen. Lesen geht wie gesagt nicht und telefonieren zum Absprechen geht auch schlecht. Was also tun, wenn man nicht immer die Häuser stürmen und sich zeigen will? Neutrale und gut sichtbare Punkte ansteuern! Genauso wie ich in der Matrix einige Hosts habe, die ich immer wieder als Treffpunkt nutze (auch wenn das regelmäßig wechselt) gibt es sowas mit Sicherheit auch für Magier. Und auf Nachfrage habe ich doch tatsächlich Antwort bekommen.

Der Maschsee ist für so etwas wohl sehr beliebt, weil er nach eigenen Aussagen auch aus 3km Höhe noch zu erkennen und somit ein idealer Treffpunkt ist. Zum zweiten ist das SK-Center zu nennen. Als mit das größte Gebäude der Stadt ist es am Westrand auch relativ einfach zu finden. Natürlich sind beide Locations unter Beobachtung durch diverse Geister um sowohl die Innenstadt, als auch den Teil von Garbsen sauber zu halten. Aber man muss sich ja auch nicht direkt davor stellen und winken, damit auch ja die Sicherheit von einem Wind bekommt. Man wartet halt vor dem Host und hackt nicht rein, nur weil man sich mit jemandem treffen will. 

So sehe ich das jedenfalls, wenn man mich korrigieren möchte, ist das wie immer gerne gesehen.

Illegales AACG-Turnier sorgt für Trubel

Ein Event der besonderen Art hat am vergangenen Sonntag die Innenstadt von Hannover heimgesucht. Eine Gruppe von vier Personen, darunter ein Troll, hat am verkaufsoffenen Sonntag die überfüllte Innenstadt genutzt, um das Finale ihres All-Area-Combat-Golf Turniers abzuhalten. Polizeiberichte gingen zuerst von einem gezielten Anschlag auf Passanten aus. Schnell wurde jedoch klar, dass die Verletzten ungezielte Golfbälle an den Kopf bekommen hatten. Zufällig konnte ich den Vize-Sieger zu einem Interview überreden und das möchte ich den Lesern nicht vorenthalten.

Resy Schreiber: „Momentum, sie haben den Sieg nur knapp verpasst, wie fühlen sie sich dabei?“

Momentum: (lacht) „Ach wissen sie, man kann nicht immer gewinnen. Natürlich ist es schade, aber ich bin mir sicher, dass ich beim nächsten Mal bessere Karten habe. Haiku ist ein würdiger Gegner und er hat verdient gewonnen. Ich hatte einfach etwas Pech mit meinen Bällen und Haiku hat mich zwischendurch mit einem Taser mies erwischt, das ist alles.“

RS: „Interessant, das sie es ansprechen. Ihr „Pech“ resultierte in drei verletzten Personen, die von  ihren Sportinstrumenten getroffen wurden, unter anderem ihrem Golfschläger, weil sie durch den Taserschuss paralysiert zu Boden gingen. Wie gehen sie damit um, dass ihre Sportart nicht nur illegal betrieben wird, sondern auch noch Unschuldige unnötig in Gefahr bringt.“

M: „Das ist alles eine Frage der Perspektive Resy. Wir sehen uns nicht als Kriminelle. Man sollte meinen, dass die Polizei besseres zu tun hat, als ein paar Sportfans zu jagen. AACG ist einfach verkannt, und wir arbeiten daran es öffentlichkeitstauglich zu machen. Dazu gehört natürlich auch, es öffentlich zu betreiben. Das es dabei zu Unfällen kommen kann ist bedauerlich, aber wie in allen Sportarten nicht immer zu vermeiden.“

RS: „Nur das bei normalen Sportarten in der Regel bei bedauerlichen Unfällen die Sportler verletzt werden, und nicht das Publikum“

M: (lächelt) „Auch da gibt es sicherlich unterschiedliche Auffassungen. Davon ab, kann ich sicherlich nicht klagen, die blauen Flecken, die ich abbekommen habe sprechen da eine ganz eigene Sprache. Ich bin froh, das mein Caddy mich rechtzeitig aus der Gefahrenzone geschafft hat, als ich die Tasernadel abbekommen habe. Danach wieder an den Ball zu kommen hat mich wahrscheinlich den Sieg gekostet“

RS: „Sie sagten bereits, das die Öffentlichkeit davon erfahren soll und sie deswegen in der vollen Georgsstraße gespielt haben. Wieso sucht man sich aber den Zeitpunkt aus, zu dem die Innenstadt besonders voll ist? Der verkaufsoffene Sonntag zieht naturgemäß eine Menge an Metamenschen in die Stadtmitte.

M: Da muss ich gestehen hat die Tatsache reingespielt, das es sich um das Finale des Turniers gehandelt hat. Der Schwierigkeitsgrad musste einfach entsprechend hoch gewählt sein. Unser Verein macht die Arrangements und wir spielen nur in der Fläche, die uns vorgegeben wird.

RS: „Der AACG-„Verein“ Hannover hat sich bereiterklärt, Entschädigungen zu bezahlen für die Personen die verletzt wurden. Wie können sie sich das erlauben?“

M: (lachend) „Sagen sie es doch nicht so abwertend. Nur weil wir keine Vereinszulassung bekommen, heißt das noch lange nicht, das wir uns nicht um unsere Mitglieder kümmern. Oder um die Probleme, die bei unseren Spielen auftreten. Die Mitgliedsbeiträge werden unter anderem für Anwaltskosten und Entschädigungen ausgegeben. Man soll nicht glauben, wieviele Sponsoren AACG mittlerweile hat und die Preisgelder werden über diese Verträge finanziert. Ebenso werden die Rechtskosten langsam und stetig abgewälzt, so dass wir unsere Beiträge für die Arztkosten ausgeben können. Ein weiteres Zugeständnis an das Publikum, um eine größere Zielgruppe erreichen zu können. Und mittlerweise können wir uns vor Neuaufnahmen kaum retten. Vorallem nach dem Spiel am Sonntag.“

RS: „Vielen Dank für das Interview, Momentum.“

Mein Gesprächspartner hat mich in der Döhrener AldiBurger-Filliale getroffen. Er trug ein lässiges Steampunk Ensemble und lachte viel während des Interviews. Auch wenn er von Polizei und Protec wegen Sachbeschädigung und schwerer Körperverletzung gesucht wird, bewegt er sich relativ frei in der Gesellschaft und benimmt sich, als könne keine Staatsgewalt der Welt sein Wässerchen trüben. Ein angenehmer Interviewpartner, der in seiner Welt des All-Area-Combat-Golfs einer der Großen ist. Hoffen wir, das wir noch viel von ihm hören werden.

 Wofür wohlwollende Freunde der gepflegten Unterhaltung sicherlich sorgen werden.
 Justizopfer

[L] Der Laden neben Räer

In der Marienstraße, garnicht weit vom Aegi, findet man den Laden neben Räer. Eigentlich weiß niemand, warum der Militärausrüster überhaupt so heißt. Gerüchten zufolge, gab es mal einen Shop, der direkt nebenan untergebracht war, eben mit dem Namen Räer. Diese Kette aus Hildesheim hat sich bis Hannover ausgestreckt, allerdings hat die Filiale in der Marienstraße die Zeit nicht überlebt. Der Laden, von dem wir hier reden hat bestimmt einen Namen gehabt, aber niemand wusste ihn. Nie. Also war es immer der Laden neben Räer. Über die Zeit, hat sich der Besitzer das Ganze zu Nutze gemacht, und sein Firmenschild abmontiert. Und auch 20 Jahre, nachdem der Namensgeber zu gemacht hat, gibt es immer noch den Laden neben Räer.

Für alle, die sich mit Militärischem Equipment ausrüsten wollen, sei es zu empfehlen hier einmal vorbeizuschauen. Geführt in dritter Generation von türkischen Einwanderern, fragt man einfach nach Achmed und jeder im Laden weiß was gemeint ist. Achmed sieht komischerweise auch immer anders aus und manchmal ist derselbe Typ, den du angesprochen hast einfach im Hinterzimmer verschwunden, bevor er wieder nach vorne kommt und sich mit Achmed vorstellt. Man gewöhnt sich dran. Im Normalfall hat Achmed dann das benötigte Equipment nicht vor Ort, allerdings kann er es im Normalfall in weniger als einer Woche besorgen. Und das gilt auch für High-End Geräte.

  Der Laden ist unaufgeräumt und der meiste Kram ist gebraucht, allerdings in gutem Zustand. Einen russischen Tarnanzug mit elektrischer Isolierung? Einfach nach Achmed fragen, und der kann das besorgen.
  Roter Friese

  Achmed ist ein guter Mann. Er holt auch viel von russischen Militärbeständen und kann damit auch fast alles besorgen was nicht Waffe ist. Für Waffen muss man woanders hingehen, aber Miltech kriegt man von Achmed. Von Störfunk über Rutheniumpolymeranzug, bis Essbesteck.
  Russenrigger