Shadowrun Hannover

Die Online Erweiterung von Patrick Kurrat

Zerschlagung des EuroRoute-Protests im Deistervorland

(dpa) Hannover Die Zerschlagung des EuroRoute-Protests im Deistervorland im Frühjahr 2080 stellt ein besonders eklatantes Beispiel von überzogener Konzerngewalt gegen – weitgehend friedlichen – Protest dar, bei der ein angeheuerter Lohnmagier eine äußerst hässliche Rolle spielte.

Vorgeschichte

Der – teils friedliche, teils auch gewaltsame – Protest gegen die Streckenführung einer neuen EuroRouten-Verbindung durch ein Naturschutzgebiet im Deistervorland zog sich praktisch durch die gesamten 2070er, und hatte den Bau wiederholt verzögert, und teilweise zum Erliegen gebracht. ESUS als Bauherr und EuroRouten-Betreiber verlor durch die Verzögerungen – und fällige Konventionalstrafen – erhebliche Summen. Insbesondere ein bestimmtes Protest-Camp war den Verantwortlichen des französischen Double-A-Logistik- und Verkehrsgiganten Anfang 2080 ein Dorn im Auge. Die Teilnehmer wurden von ESUS für eine Vielzahl von Sabotageakten an Baumaschinen und den Diebstahl und die Unbrauchbarmachung von Baumaterialien in mehreren Material-Depots in der Umgebung verantwortlich gemacht. Ende April gelang es ESUS, einem Landwirt die wirtschaftlich nicht nutzbare Wiese, auf der sich – mit dessen Duldung – das Protest-Camp befand, abzukaufen, und sich anschließend in einem Eilantrag von einem Hannoveraner Gericht bestätigen zu lassen, dass betreffendes Grundstück Teil ihres exterritorialen Konzernbesitzes sei. Die – unmittelbar nach Erhalt der richterlichen Bestätigung – folgende Räumung des Camps nutzte ESUS, um ein gewaltsames Exempel zu statuieren, um der örtlichen Protestbewegung ein für alle mal klar zu machen, dass man sich nicht länger auf der Nase herumtanzen lassen würde.

Ablauf

In den frühen Morgenstunden des 11. Mai kesselten ESUS-Konzernsicherheitskräfte in paramilitärischer Vollpanzerung mit Schützenpanzern, die mit Wasserwerfern, Granatwerfern mit Tränengas-Granaten sowie MG’s mit Gel- und Gummigeschossen bestückt waren, das von Barrikaden der Protestierenden umgebene Camp ein. Angeblich erfolgte eine Aufforderung per Lautsprecher, das Lager binnen 20 Minuten zu räumen, wobei Teilnehmer des Protests behaupten, eine solche sei nicht erfolgt, und die 20-Minuten-Frist wäre vom ESUS-Konzernmilitär in jedem Fall nicht eingehalten worden.

Was folgte, war in erster Linie von einem freiberuflichen, magischen Dienstleister aus der Landeshauptstadt des norddeutschen Bundes zu verantworten, den ESUS angeworben hatte, um die Magie etwaiger Öko-Schamanen in den Reihen der Protestierenden zu kontern: [Alfred E. Hassler], ein für sein skrupelloses Vorgehen bekannter, teutonischer Hermetiker, schickte ein Wasserelementar in großer Gestalt in das Lager, mit dem Befehl, das Camp aufzulösen, und die Protestierenden herauszutreiben, und warf anschließend – während das Elementar noch dabei war, den Befehl auszuführen – eine Toxische Welle in das Lager, und mitten unter die Aktivisten. Die Folgen waren verheerend: Mindestens 3 Teilnehmer des Protests kamen ums Leben, wenigstens vier weitere verloren ihr Augenlicht, und über ein Dutzend erlitten – teils schwere – Säureverätzungen. – Besonders schwer traf es dabei ein in der lokalen Szene als „Greenwar-Ghandi“ bekanntes Individuum, das – wie einer seiner Kameraden, der sich „Pusche“ nannte, später gegenüber den Medien erklärte – „künftig mit einem Gesicht wie auf dem bekanntesten Gemälde von Edvard Munch herumlaufen müsse“, falls seine Mitstreiter nicht die finanziellen Mittel für eine umfangreiche Gesichtsrekonstruktion respektive Bioformung aufbringen könnten.

Ich habe einmal eine Lieferung für ihn übernommen und bei der Übergabe hätte er beinahe eine meiner Mitarbeiterinnen gefraggt, weil ihre Aura „toxisch“ aussah. Sie ist nicht mal erwacht verdammt. Aber eine Orkin. Er wird in den Schatten häufiger mal mit radikalen Gruppierungen zusammen genannt, aber dieses Vorgehen schießt den Vogel komplett ab. Bei mir braucht er nicht mehr vorstellig werden, wenn er etwas braucht.
Graf Zahl

Der Magier rechtfertigte seine brutale, magische Attacke später damit, dass er – infolge durch die Umgebungsbedingungen stark behinderter, astraler Aufklärung – davon hätte ausgehen müssen, dass unter den Protestierenden mehrere magisch aktive Öko-Terroristen und wenigstens ein toxischer Schamane gewesen seien, und diese gerade Ritualzauberei in größerem Stil vorbereitet hätten. – Beweisen konnte er seine Behauptungen nicht. – Da ESUS‘ Verantwortliche seine Sichtweise allerdings (zumindest offiziell) teilten, wurde deshalb jedoch keine Anklage gegen ihn erhoben. 

Vom Bundesamt für Hermetik und Hexerei erging zwar eine förmliche Rüge wegen „unangemessener Grausamkeit bei der Wahl der eingesetzten Zauber“, aber da dies nicht mit einem Widerruf bestehender Lizenzen verbunden war, kann Hassler aka „Radegast“ sich die Rüge einrahmen und an die Wand hängen und ansonsten weitermachen, wie bisher…!
Yasemine

Radegast ist mir schon lange ein Dorn im Auge. Ich war zufällig an dem Tag nicht im Camp, aber ich habe Bekannte dort gehabt, die es beinahe erwischt hätte. Der Typ sollte sich vorsehen, wenn er nicht den Zorn Gaias gegen sich beschwören will.
Teela’na

In der alternativen Szene löste das Vorgehen, die Wahl der Mittel und die Weigerung, den verantwortlichen Lohnmagier strafrechtlich zur Verantwortung zuziehen, verständlicher Weise Entsetzen, Wut und Empörung aus, und das auch weit über den Norddeutschen Bund hinaus. In der Folge wurde der Name des betreffenden Magiers allianzweit auf mehrere illegale Kopfgeld-Listen (inklusive der Narkov-Liste in Hamburg) gesetzt, und auf der CrowdHunting-Plattform „Most Hunted“ ist sein Kopf mittlerweile 76.900 Nuyen respektive Euro wert. 

WHL: Ein katastrophales Saisonauftakt-Match für die Oslo Vikings

Disclaimer: Der Artikel ist aus einem anderen Feed übernommen. Die Kommentatoren sind also nicht auf unserem Board aktiv, sondern haben schon vorher ihren Senf dazu gegeben. Deswegen sind die auch anders gekennzeichnet (>>>). Dazu werde ich mir noch Gedanken machen und eventuelle Anpassungen vornehmen.
Justizopfer

von HoverBug.

Tja, was soll man zu einem solchen Liga-Auftakt sagen? – Verfraggter Drek trifft es ganz gut, wobei selbst das noch geschmeichelt wäre.

Wie die Anhänger des HV Aale Linden sich – vermutlich mit Genuss – erinnern werden, hatten sie in der Kabitzky-Cup-Saison 78/79 unsre Oslo Vikings in Runde Eins aus dem Wettbewerb geschmissen. Ein für uns Osloer Wikinger an Peinlichkeit nicht zu überbietendes Vorrunden-Aus.

Das war ein ziemlich gutes Spiel. Konnte nicht live dabei sein, aber das war eines der Highlights für die Aale und mit verantwortlich für einige neue Sponsorenverträge.
Justizopfer

Getoppt wurde das nur noch von ihrem Ausschluss vom Black Tide Cup im selben Jahr, weil sich Harald „The Hammer“ leider als – bestätigter – KFS-Verdachtsfall entpuppte. Dabei hatten King [Kjartan] und Cheftrainer Waldi ihn doch gerade erst als Ersatz-Guard angeheuert, um die doch arg angespannte Personaldecke unseres Osloer Teams etwas zu verstärken. Das bescherte dem Vikings den Ausschluss vom zweitwichtigsten Pokalwettbewerb der Saison. – Immerhin konnten sie anschließend das Herausforderungs-Match gegen die Finnen von Finlandia Blue Spirit – Amateure, falls man die Werksmannschaft eines finnischen Vodka-Abfüllers denn so nennen kann – die sie im September ’79 um den WHL-Ligaplatz herausgefordert haben, für sich entscheiden. Und desgleichen ein Skandinavien-Derby gegen [Capella Kopenhagen], wo Oslo am 13. Oktober ’79  sogar einen Kantersieg einfuhr…

>>> Allerdings! Die reguläre Liga-Partie gegen Capella Kopenhagen, die diesmal in einem Bereich der erweiterten Wesermündung, in Sichtweite Landendes und des Proteus-Arkoblocks Bremerhaven ausgetragen wurde, war wirklich ’ne Nummer für sich. Für die Kopenhagenerin Lightning, [Mo N’Demba], sollte sich der verbreitete Aberglaube von „Freitag dem 13.“ als Unglückstag auf dramatische Weise bewahrheiten, da ein nur ganz leichten Rempler von meinem Yan dazu führte, dass sie mit mehreren aus dem Wasser ragenden Hindernissen (inklusive des Betonhügels, unter dem seit der Schwarzen Flut der alte Reaktor des Kernkraftwerks Unterweser ruht) kollidierte, und in der Folge der Akku ihres Wetbikes explodierte! – Aua, kann ich da nur sagen…
>>> [Rollin’Ro] < Play: Barge-To-Hell-2080-Metal-Compilation.MP3 >

>>> Sie hat den schweren Unfall zwar überlebt, musste jedoch mit Brandverletzungen dritten Grades von einem HTR-Team von Mærsk Medical umgehend mit dem Helikopter in eine Spezialklinik geflogen werden. – Ein Glück für die „Schwarze Gazelle“, dass die Kollegen so gute Piloten und Rettungssanitäter beschäftigen…
>>> Sani Krol

>>> Für die Oslo Vikings von unserem Yan erwies sich der betreffende Freitag der 13. dagegen trotz der hässlichen Szene als Glückstag, da die Partie nicht abgebrochen wurde, und sie anschließend einen – in dieser Höhe vielleicht nicht 100%ig verdienten – Kantersieg mit 7 Toren Vorsprung einfahren konnten.
>>> [Loo] – Großadmiral der Chinese Deadly Dwarfs, Osloer Sektion

Soweit die Vorgeschichte. – Das Auftaktmatch der 2080er Saison gegen die Hannoveraner hätte für unsere Osloer folglich ein Pflichtsieg sein müssen, zumal, vor heimischer Kulisse, da am letzten Wochenende vor Ostern vor dem Osloer Haupthafen gespielt wurde und bei klarem Himmel und ohne übermäßigen Wellengang wirklich allerbeste Bedingungen herrschten. – Aber leider kam es ganz anders.

Erst erleidet [Walda „The Walrus“], von der wir dachten, sie laboriere lediglich an einer massiven Magenverstimmung herum, nachdem sie so blöd war, bei Krill King in Kiel zu essen, und die geglaubt hatte, sie könnte mit ’nem Cocktail aus Painkillern und was gegen Übelkeit (und ner Windel [Sic!]) die Partie durchstehen, bereits nach 5 Minuten auf’m Feld einen akuten Blinddarm-Durchbruch, und muss von CrashCart in die Klinik geflogen werden. – Das, was sie selbst und ihre Mannschaftskameraden für ’n Fall von Lebensmittelvergiftung gehalten hatten, hatte sich sich als verschleppte Blinddarmentzündung entpuppt…

Dann fangen sich „Nosebiter“ Norrisson  und „Killa“ Björkson – die beiden notorischen anti-metamenschlichen  Rassisten vom norwegischen Sons of Odin-Viking –  sich wegen absichtlichen Überfahrens eines ins Wasser geplumpsten Gegenspielers vom Hannoveraner HV Aale Linden jeweils ’ne 45-Minuten-Zeitstrafe ein, und kassieren anschließend wegen Missachtens der Schiedsrichter-Entscheidung beide ’ne Sechs-Spiele-Sperre (nicht, dass das nicht verdient gewesen wäre…)

Und als Krönung des Ganzen verlässt 5 Minuten vor Ertönen der Schlusssirene einer der Megapötte von Wuxings Worldwide Shipping spontan und ohne nachvollziehbaren Grund seine zugewiesene Fahrrinne, fährt ins Spielfeld rein, und mangelt unsern Yan – meinen Gang-Chummer von den [Chinese Deadly Dwarfs] – der ja jetzt schon ein paar Jahre für die Oslo Vikings spielt samt WaMo unter…

Nachvollziehbar war der Grund nur öffentlich nich‘. Ganz ehrlich, ein Vögelchen hatte mir vorher schon gezwitschert, das es sich lohnt auf die Aale zu setzen. Hat sich bewahrheitet. 
Roter Friese

Da gab es offensichtlich jemanden, der die Lindener weiter puschen wollte. Es steht gerade sowieso zur Debatte, das der Club verkauft wird. Ich glaube da haben ein paar externe Kräfte dafür gesorgt, das den Vikings zwischendurch was zustößt, damit die Aale gestärkt in die Saison starten und der Marktwert sich erhöht.
Justizopfer

Der hat’s zwar irgendwie auch überlebt, wird aber die nächsten Monate ausfallen. Kaum ein Knochen, der nicht gebrochen wäre. Braucht ’n Bottichjob in der Schwarzen Klinik von [Doc Morton], und wird wohl sowohl ’ne neue FSE als auch Kompositknochen kriegen, weil er ohne vermutlich nie wieder ’n WaMo reiten geschweige denn Hoverball spielen könnte! 

Dass der Hannoveraner Hoverball Verein die Partie mehr als deutlich mit 14 : 6 gewonnen hat war da – verglichen mit den restlichen Desastern, die die Partie unseren Osloern beschert hat – fast schon nebensächlich.

>>> Das kannst’e echt laut sagen! – Drek auch, verfraggter… Und das, wo das nächste Match unsrer Oslo Vikings übernächste Woche ausgerechnet gegen das Nearly-All-Troll-Team der [Oberrhein Orcas] aus der Trollrepublik ansteht!
>>> King Kjartan – Präsi & extrem genervt!

Quelle
Logo der Vikings: Fabian Friethjoph

SRH News

Die Welt brennt. Gefühlt jedenfalls. Man hat in der letzten Zeit nur noch Berichte über den Blackout vernommen und welche Auswirkungen er auf die ADL hat. Die sind nämlich nicht gerade gering. Die Welt ist ständig im Wandel und gerade die 6. mit ihren ganzen Macken ist da keine Ausnahme. Aber puh…

Natürlich hat sich das auch auf mich und SRH ausgewirkt. Die letzten Monate waren… interessant, wenn man es nett ausdrückt. Sowohl in meinem Lohn und Brot Job, als auch in den Schatten. Ich bin teilweise nicht mal dazu gekommen Sachen für mich persönlich zu recherchieren, geschweige denn für den Blog. Das einzige was artig mitgelaufen ist, ist der Nachrichtenaggregator, der die Novapulse und Schattenloads ausspuckt.

Deswegen wird mir in Zukunft der Katzenbaron unter die Arme greifen. Neben eventuellen eigenen Projekten und Artikeln wird er in Zukunft Gastautoren verwalten, die hier ebenfalls Content bereitstellen. Der Mittwoch auf SRH war über Jahre eine fester Bestandteil der Hannoveraner Schatten. Jetzt wo etwas Ruhe (zumindest bei mir) eingekehrt ist, sollten wir das wieder aufleben lassen. Der erste Beitrag wurde mir schon angeteased und ist ein Beitrag aus dem Panoptikum und wird von [HoverBug] geliefert. Die Infos die er beisteuern kann sind für mich auch von persönlichem Interesse, da er Insider Infos über eine der einprägsamsten Partien Hoverball der letzten Jahre hatte. Unser Suchfilter hat den Artikel bisher nicht erfasst, allerdings gibt es da nachträglich Infos, die erst jetzt Sinn ergeben. Das Spiel hab ich sogar gesehen und der HV Aale Linden hat die Oslo Vikings ganz schön auf Trab gehalten. Es waren ein paar unschöne Entscheidungen dabei, aber genauer habe ich mich dann damit wie gesagt nicht mehr beschäftigt. HoverBug wird uns aber mehr darüber berichten.

Weitere Autoren sind schon in der Pipeline, und ich versuche auch das Michelin-Mädchen nochmal für ein paar Kolumnen zu gewinnen.

Weiterhin steht das Großprojekt Hannover 2085 an. Da wird sicherlich auch noch einiges auf uns zukommen. Sowohl in der politischen Gerüchteküche, als auch in den Schatten. Die Investoren streiten sich jetzt schon so richtig ordentlich.

Also schaltet ein, wenn wir wieder auf Sendung gehen.

[Schattenload 10/2020] Der Self Storage Killer

Ein Missionsaufhänger für einen Ruhrplex Krimi! Geht natürlich auch in jedem anderen Plex, aber der RRP ist dafür schon extrem gut geeignet. Ein Killer der Runner jagt. Das ist doch mal was!

Enjoy!

Do you want to know more? >>> Full Download

[Schattenload 08/2020] Die wunderliche Insel Darß

Ein Nachtrag zum Datapuls: Pomorya. Eine geheimisvolle Insel: BUHUHUHUUUUUU

Enjoy!

Do you want to know more? >>> Full Download

[Schattenload 07/2020] RA*ZANNG – Sumpfeinsatz

Ein neuer Schattenload, mit einem schicken kleinen Utility Terrain Vehicle (UTV): Dem BMW Biber.

Enjoy!

Do you want to know more? >>> Full Download

[Review] „Marlene lebt“ von David Grade

CN: Rape, Rape Culture, Victim Blaming, Sex, Rassismus, Prostitution

So. Bevor wir starten hier noch einige kleine Background Infos:

Ich habe seit 10 Jahren (plusminus) keine Bücher mehr gelesen. Das heißt nicht, das ich keine Bücher konsumiert habe. Nur habe ich mich aus verschiedenen Gründen mehr auf das Audioformat festgelegt. Zum einen, weil ich das nebenher hören kann, z.B. auf der Autofahrt zur Arbeit, bei der Hausarbeit und so weiter. Weiterhin habe ich keine zusätzlichen physischen Produkte mehr in meinem Haushalt rumstehen, von denen ich nicht wüsste wo ich sie noch unterbringen sollte.

Shadowrun Romane sind von der Auflage her nicht geeignet um sie zu vertonen. Bisher hat mich das nicht gestört, es gab keinen der neuen Romane, der mich irgendwie gereizt hätte. Zudem hab ich von einer Bekannten mehrfach zu Ohren bekommen, das die neuen Bücher crap sind. Mary Sues, unrealistische Stories, usw. Das hat mich natürlich nur bedingt dazu motiviert die neuen Bücher anzugucken. Und dann hat AAS Marlene Dietrich gezeichnet und boy hat mich das angefixt. Nicht weil ich Marlene Dietrich so toll finde, sondern weil mir das Bild gefallen hat und weil ich die Prämisse gut fand. Das heißt also, das ich das Buch nicht nur angefangen, sondern auch (innerhalb von zwei Tagen) beendet habe ist nicht nur ein Zeichen der Wertschätzung, es spricht auch für die Story. Also los. Achso, für alle, die den Roman im letzten Jahr nachdem er raus gekommen ist noch nicht gelesen haben hier ein Hinweis:

SPOILER

SPOILER

SPOILER

Jetzt kann keine*r sagen er/sie hätte es nicht gewusst. Es handelt sich wohlgemerkt um kleine Spoiler bezüglich handelnder Personen, das Ende sowie genaue Storyelemente werden nicht vorweg genommen.

Summary

Hauptplot
Marlene Dietrich erwacht 2078 wieder zum Leben und es stellt sich recht schnell heraus, das sie eine Bunraku-Puppe in einem von MCT betriebenen Bordell ist. Das heißt der Körper der Wirtsperson wurde künstlich verändert um wie Marlene Dietrich auszusehen und dann wurde ihr ein Personafixchip implantiert, der dafür gesorgt hat, das sie sich für Marlene Dietrich hält. Ihr Körper wurde von einer Shadowrunnerin namens Maria „gespendet“ nachdem der Extraktionsrun auf den Programmierer des Marlene-Programms fehlgeschlagen ist (durch den Verrat des Teammitglieds Hemmingway, der als einziger neben Maria noch überlebt hat).

Marlene wird von der Ehefrau ihres Hosts, Eve (3V3), und einem Team in den ersten Seiten extrahiert und es wird im weiteren Verlauf der Geschichte durchgehend versucht das Personafixprogramm von Marlene zu löschen. Diese will das logischerweise nicht, da sie sich ihrer selbst bewusst ist und weiterleben möchte. Dieser Plot zieht sich von Anfang bis Ende durch.

Nebenplot 1
Tokugawa ist Exec bei MCT und verantwortlich für das Bordell in dem Marlene arbeiten soll, sowie die Sicherheit des Programmierers Rotwang, welcher das Marlene Programm geschrieben hat. Er ist abhängig von StimSinns, eine SimSinn-Variante von Dream-BTL’s, welche ihm und auch seiner Familie helfen seine Emotionen unter Kontrolle zu halten. Er ist ein ordnungsliebender Familienvater und Kind eines japanischen und eines deutschen Elternteils. Alleine damit hat er in einem konservativen, japanischen Konzern wie MCT Probleme. Zusätzlich versucht er allerdings auch mittels Rotwang eine neue Art Personafix zu entwickeln, die allen Menschen (Think big or go home sag ich nur) „helfen“ kann ihre Emotionen zu unterdrücken um produktiv und geordnet ihr Leben leben zu können.

Marlene und ihre Truppe, bestehend aus „ihrer“ (Maria’s) Frau und diversen Runnern versuchen derweil an Rotwang heranzukommen, da er mutmaßlich einen Failsafe in das Marleneprogramm eingebaut hat um sie unter Kontrolle zu haben. Aus diesen Verstrickungen plus den Einmischungen aus Nebenplot 2 ergeben sich für Tokugawa erhebliche Probleme innerhalb seines Konzern (Nicht zu verachten auch sein arischer Schwiegervater, der Anteilseigner bei MCT ist).

Nebenplot 2
Hey, ein Shadowrun Roman in der ADL, noch dazu im RRP (Rhein-Ruhr-Plex). Was darf da nicht fehlen? Lofwyr!
Saeder Krupp hat die ursprüngliche Extraktion von Rotwang, bei der Maria verraten wurde in Auftrag gegeben. Da Lofwyr explizit etwas gegen künstliche Intelligenzen hat, ist das nachvollziehbar. Auch wenn die Motivation nicht zu 100% genannt wird, ist es ausreichend um dem Handlungsbogen zu folgen.

Nach dem gescheiterten ersten Versuch wird 3V3 angeheuert den Job ihrer Frau zu erledigen. Marlene und einige andere Runner helfen ihr dabei. Jeder hat dabei seine eigene Motivation.
Marlene: Sie will an Rotwang heran und mehr über ihre Programmierung wissen.
3V3: SK hat angefragt und bezahlt (außerdem hat Marlene ihr zugestimmt, das sie gelöscht werden kann)
Fix/Flix/Felix/Dahut: Lieferjunge, der Marlene zugeneigt ist.
Runner: Geld

Review

Das Buch ist durchgängig flüssig geschrieben und liest sich gut weg. Die Seiten sind sehr eng gesetzt mit wenig Rand. Das liegt aber, glaube ich, daran, das der Autor eine Menge mehr Zeichen verwendet hat als vom Verlag vorgesehen war. Um nicht fünfhundert Seiten Buch zu haben, hat man sich wohl für weniger Rand entschieden. Mich hat’s nicht gestört, die Schrift war noch groß genug um angenehm lesen zu können und die paar Rechtschreibfehler die mir aufgefallen sind, haben kaum gestört. Auch wenn der eine Fehler bei einem der Charaktere war, was natürlich äußerst ärgerlich ist. Ein Charakter soll später den Staßennamen Fix bekommen, weil er so fix weggelaufen ist. Dummerweise wird er danach dann konsequent Flix genannt, was ärgerlich ist.

Der Aufbau der Spannung ist von Anfang bis ungefähr zur Mitte recht linear, sorgt aber durch die Sprünge in die anderen Handlungsstränge immer wieder dafür, das man die Lust am Lesen nicht verliert. Am Ende gibt es einen signifikanten Anzug im Tempo und die Spannung steigt im selben Maß mit. Trotz der hohen Anzahl an Parteien, die involviert sind (Marlene + Team im Auftrag von SK, MCT, Lofwyr, Ryumyo, Tokugawa und sein Team) leidet die Übersicht nicht wirklich und man kann der Handlung stringent folgen. Und das obwohl es aus mehreren Ecken Angriffe auf dasselbe Ziel gibt und mehrere doppelte Spiele gespielt werden.

Was mich ein wenig gestört hat war die Darstellung einiger Charaktere. Manchmal habe ich einfach nicht nachvollziehen können warum sie etwas tun. Das betrifft nicht nur die Hauptfiguren, sondern auch Nebencharaktere, die aus manchmal unerfindlichen Gründen eine Entscheidung treffen die, entweder aus der Luft gegriffen wirkt, oder entgegen der wahrgenommen Persönlichkeit getroffen wird. Das ist auf das ganze Buch gerechnet nicht so schlimm, aber in der jeweiligen Situation ein wenig irritierend.

Die Darstellung der Ghule und die der großen Drachen hat mir sehr gut gefallen. Es ist immer schwierig derart wichtige Player in einer Geschichte zu haben und sie nicht zu einem Deus Ex Machina verkommen zu lassen. Das ist hier sehr gut gelöst. Auch wenn Lofwyr selbst hier noch Anweisungen an seine Untergebenen vergibt, überläßt er alles weitere dann seiner Frau Brackhaus/Frau Schmidt/Mrs. Johnson. Beim genaueren drüber Nachdenken gab es eine kleine Dissonanz bezüglich der Darstellung von Lofwyr in menschlicher und drachischer Gestalt, aber das ist zu vernachlässigen.

Das Ende ist für diverse Charaktere nicht rund und das ist genau das, was ich mir von einem SR Roman wünsche. Wie genau das ausgeht, müsst ihr allerdings selber noch lesen, da will ich nix vorwegnehmen.

Fazit

Cons (-)

  • Meines Erachtens nach überflüssiger Flashback zu einer Vergewaltigungsszene inkl. Victim Blaming, damit Marlene daraus „gestärkt“ wieder hervorgehen kann und ihr folgendes Verhalten erklärt wird. Untragbar in meinen Augen
  • Damit einhergehend an manchen Stellen problematische Darstellung der weiblichen Charaktere (Zitat: „Marlene betrachtete ihre Schamlippen, berührte sie. Eine fast neunzigjährige Frau sollte verdammt noch mal wissen, wie ihre Schamlippen aussahen“) I get it… Es ist nicht ihr Körper. Aber ich vermute, das keine Autorin in irgendeiner Art und Weise das in der Form klar gemacht hätte. Vielleicht hätte Sensitivity Reading an dieser (und einigen anderen Stellen) was gebracht. <– Natürlich rein spekulativ. Ich habe tatsächlich noch mit keiner Autorin/Leserin darüber gesprochen.
  • Vollständig und absolut überflüssige Sexszene, die
    a) meiner Meinung nach nicht gut geschrieben war (Im Gegensatz zur zweiten Sexszene später)
    b) Völlig nichtssagend und überhaupt nicht storyrelevant war
    c) quasi im Nebensatz abgefrühstückt wurde (ein Absatz)
    d) Wahrscheinlich zur Charakterisierung von Marlene beitragen sollte, aber meines Erachtens nach für alle die ihre Biografie nicht gelesen haben keinen Mehrwert geboten hat.
  • Ex-zes-sive Exposition. Wenn ich auf zwei Seiten erst MMVV und dann Vitas erklärt bekomme und was es der Metamenschheit angetan hat, dann ist das schon echt schwerer Tobak. Wenn das quasi ein Charakter in Gedanken durchgeht, obwohl er das wissen muss, ist das wirklich hart. Ich weiß, es braucht solche Sachen manchmal und ich bin nicht erfahren genug im Schreiben um dafür eine Patentlösung zu haben. Aber ich hätte das kürzer abgehandelt und wahrscheinlich irgendwie anders eingebaut und nicht erst an der Stelle, an der es benötigt wird. Ich hab auch extra noch drüber nachgedacht, aber auch wenn ich die Lore natürlich kenne, hätte ich als unwissender nicht soviel Exposition gebraucht.

Pros (+)

  • Inklusive Sprache (z.B.: „mensch“/“metamensch“/“geist“ statt „man“, abhängig davon wer oder über wen gesprochen wird)
  • Diversity (weibliche Hauptperson, queerness, verschiedene Ethnien, nichtübersetzte Sprache, etc.)
  • Schwer zu beschreiben aber: Cyberpunkige/Shadowrunnige Sprache, die nicht einfach nur vulgär ist, sondern passend in den allermeisten Fällen. Viele Autoren schaffen es, meines Erachtens nach, nicht zu trennen zwischen, „die Charaktere sprechen vulgär“ und „Beschreibungen müssen vulgär sein, weil is‘ ja dark und edgy“
  • Extra gute Darstellung des Melting Pots RRP!
  • Kein Deus Ex Machina zum Schluss! Bei zwei involvierten Drachen wäre das eine extrem leichte Angelegenheit (und lazy writing). Keine Mary Sue, alle sind am Ende nur so halb glücklich, wenn überhaupt. Nicht jeder geht aus der Geschichte positiv hervor. DAS ist Shadowrun imho! Irgendwie in der Welt überleben und eben nicht die strahlenden Helden, aber für einige Metamenschen etwas Normalität unter Aasgeiern.
  • Trotz vieler Player und Subplots leidet die Übersichtlichkeit nicht. Die Sprünge sind immer an den richtigen Stellen um den Anschluss nicht zu verlieren. Die Story ist echt gut!

Ich mag das Buch. Es ist sehr gut geschrieben, wird nicht langweilig und zieht im dritten Akt die Spannung ordentlich an. Das gefällt mir sehr gut und ich hoffe das David Grade noch mehr Chancen bekommt für SR zu schreiben. Ivans Weg hab ich noch als E-Book wenn ich mich nicht irre, da werde ich mich vielleicht auch mal dransetzen (auch wenn mich der Klappentext da nicht so gefesselt hat).

8/10 großen Drachen (Minus die zwei aus dem Buch :p)

Megapuls vom 06.06.2081

Do you want to know more? >>> Full Download

Wichtige Infos zur Phalanx Group aus Hannover. Einer der neuen Big Player, die sich mit der Absicherung des Ausbaus der A42 in Düsseldorf (über Umweg durch die Tochter Hannover Rück) einen echt dicken Fisch an Land gezogen haben. Die haben schon seit 2069 einen A-Status, waren aber eben nur einer von vielen Versicherern in der ADL. Vielleicht kaufen sie doch noch den BuMoNA.
Justizopfer

[Schattenload 05/2020] RA*ZANNG – Wellenreiter

Ein kleiner Zusatz zum neusten Datapuls: Piraten.

Enjoy!

Do you want to know more? >>> Full Download

[Schattenload 04/2020] KA*POWW – HK Hanseat

Kurz und knapp: Pewpew.

Enjoy!

Do you want to know more? >>> Full Download