Shadowrun Hannover

Die Online Erweiterung von Patrick Kurrat und Philipp Seeger

„Besteckkastengeflüster“ – Elektra (Grieche)

Heute war ich also in Sachen Grieche unterwegs. Das „Elektra“ war das Restaurant meiner Wahl.

Von außen nicht gerade spektakulär, den Parkplatz direkt vorm Fenster, wird einem per altmodischem Schaukasten, aber auch AR-Einblendung gleich die Karte des Hauses präsentiert, aber dazu später. Innen betritt man  den fast schon üblichen Griechen-Kitsch. Amphoren, Weinlaub, Marmorbüsten und die obligatorischen Klänge einer Balkanpopband, hinter all das kann man also ein Häkchen setzen.  Der Gastraum ist leicht verwinkelt, die Decke etwas niedrig, das könnte ein Problem für Trolle werden, aber es hat irgendwie was Gemütliches.

Der Servicemensch kam direkt auf mich zu und ich wurde sehr freundlich begrüßt. Nach kurzem Überlegen entschied ich mich für eine der kleinen Sitznischen am Fenster, auch wenn der Ausblick nicht sonderlich spannend war. Nach dem nach meinem Getränkewunsch gefragt und mir sogar eine kleine Auswahl griechischer Weine genannt wurde, studierte ich die Speisekarte. Ganz oldschool in der Handoutvariante, da ich keine Lust hatte mich durch das AR-Menü zu wühlen, das beim ersten Blick extrem unübersichtlich war, und ich hatte keine Lust mir den hundertsten Olivenzweig und andere kitschige Illustrationen anzugucken. Die kleine Mappe lag gut in der Hand, war ordentlich und sauber und glücklicherweise von schlechten Bildchen verschont.  So wirklich überraschte hier bei den Speisen aber nichts. Das Angebot umfasste alle üblichen griechischen Speisen, die Klassiker sozusagen. Von Gyros über Souflaki, zu Bifteki, Kritharaki und Mezedes (den kleinen tapasähnlichen Vorspeisen) Eine Saison- oder Wochenkarte suchte man leider vergebens, weder in der Karte an sich, noch in der AR-Version.

Ich entschied mich also für gefüllte Weinblätter als Vorspeise und als Hauptgang Lammkottelets mit Auberginen. Habe ich eigentlich erwähnt, dass es das Essen hier in der echten und in der Soy-Variante erhältlich ist? Die Preise sind entsprechend unterschiedlich, aber klingen durchaus erstmal human. Das Essen ließ auch nicht lange auf sich warten, nach insgesamt 20 Minuten wurde es serviert.  Auf riesigen, stylishen Tellern, sehr ansprechend angerichtet, bestätigte der Geschmack auch das, was Aussehen und Duft versprachen. Das Lamm war perfekt gebraten, die Aubergine gut gegrillt und kein Fettschwamm. Kleine Abzüge in der B-Note gab es beim Tzatziki zu den mit Reis gefüllten Weinblättern, das ein wenig fad daherkam. Die Portionsgrößen (ich hatte die Soyvariante bestellt) waren dem Preis angemessen, vielleicht sogar schon ein bißchen viel des Guten. Zu schaffen war beides zusammen für mich nicht und das obwohl ich, dank orkischem Müllsackmagen, eine gute Esserin bin.

Der Service war sehr aufmerksam, hat mein beizeiten leeres Glas umgehend bemerkt und hat ein neues Getränkeangebot gemacht und auch die leeren Teller wurden flugs abgeräumt. Die Dessertkarte habe ich zwar kurz beäugt, diesmal nur AR, aber bei der Aussicht auf generische Eiskreationen und den nicht zu umgehenden griechischen Joghurt mit Honig und Walnüssen und dem Füllstand meines Magens, lehnte ich dankend ab. Nach kurzem Fingerzeig kam die Rechnung  dann auf einem kleinen Tablett mit einem gut gekühlten Ouzo zum Nachspülen. Amüsant und sympathisch war dabei, dass der schmucke Servicemensch mit mir zusammen trank „damit ich jemanden zum Anstoßen habe…“. Ich hätte aber auch einfach die dezent angezeigte Abbuchungsanfrage auf dem Kom bestätigen können, aber das wäre nicht so nett gewesen.

Erwähnenswert sind natürlich noch die sanitären Anlagen, denn die sind in den meisten Fällen ein Indikator für die Sauberkeit und Hygiene des gesamten Lokals. Hier kann ich mich deutlich kurz fassen. Sie präsentierten sich vielleicht nicht im neuesten Design, aber (zumindest auf der Damentoilette) in einwandfrei sauberem Zustand und groß genug für alle Metavarianten. Einziges Manko war der leere Duftspender, der im Hinblick auf Tzatziki und Zwiebeln in Massen vielleicht zu einem harmonischeren Ambiente beigetragen hätte. Man kann also davon ausgehen, dass Betreiber und Personal wissen was sie wie und wie oft sauberzuhalten haben.

Fazit: Von außen nicht unbedingt einladendes, aber innen gemütliches Restaurant mit einem fähigen Koch und aufmerksamen und nettem Personal.Das  Preis-Leistungsverhältnis stimmt deutlich und die Sauberkeit auch.

Ich vergebe 4 von 5 Michelin-Mädchen-Sternen! ****

 Hier gibt es übrigens eine Bundeskegelbahn mit 10 Lanes aufgeteilt in 5 Bereiche. In jedem kann man seine Ruhe haben und die White-Noise Generatoren sind auf einem guten Standard. Man sollte nur wissen, wann die Kegelclubs da sind, oder reservieren, dann hat man eine Chance. Gibt das ein oder andere Gesetz, das bei einer Kegelparty entschieden wurde. Glaubt mir.  
 Strass

Eine Antwort zu “„Besteckkastengeflüster“ – Elektra (Grieche)

  1. winter137 Mai 29, 2012 um 6:16 pm

    Klingt lecker, jetzt hab ich Hunger, dabei ist mir griechisch eigentlich immer ne Ecke zu fett und knobilastig. Dann bin ich gespannt, was du als nächstes testest.🙂

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